| Ethische Fragen |
| Die moderne Notfallmedizin hat
heute das lebensrettende Potenzial von kältetechnischen Eingriffen eines vitalbedrohten
Patienten verstanden und wendet es vielfältig an. Hier gilt der Grundsatz: "Nobody
is dead until he is warm and dead", was man salopp mit "Ein gekühlter Leichnam
ist kein Leichnam, sondern ein Patient" übersetzen könnte. Wann beginnt Leben und wann hört es auf ? Der folgende reduktionistische Ansatz versucht eine technische Beschreibung:
1. Menschliches Leben beginnt mit der Entwicklung der ersten Nervenzelle, denn Nervenzellen sind die Voraussetzungen für das Empfinden eines menschlichen Bewußtseins bzw. für die Fähigkeit, ein einmal gehabtes menschliches Bewußtsein in Form von Erinnerungen abzuspeichern. Die Ausbildung der ersten Nervenzelle findet nicht vor dem 50. Tag nach der Befruchtung statt. Davor ist im Prinzip noch nicht von einem Menschen, sondern lediglich von der Möglichkeit zur Ausbildung eines Menschens zu sprechen (in diesem Sinn analog einer Ei- und einer Spermazelle, denn es konnte noch kein menschliches Bewußtsein abgespeichert werden.) Erinnerungen sind sozusagen geronnenes menschliches Bewußtsein, abgespeichert in den Eiweißen der Nervenzellen. So gesehen kann man dann von einem fertigen Menschen sprechen, wenn das Lebewesen entweder schon in der Lage ist, menschliches Bewußtsein zu haben, oder wenn es fähig ist, Erinnerungen abgespeichert zu halten. In diesem Sinne ist ein frisch Verstorbener noch genauso ein Mensch wie etwa ein Koma-Patient. 2. Analog dazu ist das Aussetzen der bioelektrischen Gehirnaktivität noch nicht der Tod des Individuums, sondern solange die Erinnerungen noch in den Eiweißstoffen des Gehirns gespeichert und noch nicht abgebaut ("verwest") sind, gilt der Organismus noch als "lebend" und ist erhaltenswert !
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| Ärzte der Gegenwart und der Zukunft als Berufene zur Lebenserhaltung sind in besonderem Maße verpflichtet zu diesem Dienst der Erhaltung des Lebens ! |